Geschreibsel. An einander gereihte Gedankenfetzen. Unaufgeräumt, unsortiert, unikat.

Oder sowas.

 

Der aller letzte Rue:ckblick

So, nachdem ihr dann alle nun schon habt, dann also auch Muttis Rückblick zur diesjährigen Re:publica.

Also vorweg: Ich bin kein ganzes Nerdmädchen. Ich habe meistens nur 3 und nicht 30 Tabs offen. Ich hab einen Laptop. Und der läuft auf Windows. Das war also meine erste Re:publica und ich wusste nicht, was ich zu erwarten hatte.

Dann hab ich mir gedacht: Ach, da sind alle Internetmenschen auf einem Haufen. Geh’se da mal hin. Dann las ich das Programm und dachte: geiler Scheiß. 

Die Namen der Redner sagten mir nichts. Ich ging also völlig unvoreingenommen hin. 

ProTipp: einen Tag vorher anreisen und am ersten Tag schön früh anmelden. Geplant, getan. 

Tag 1: “ahh, ohhh, uhh, aaaahs” am laufenden Band.

Tag 2: “hmm.. ah. ahja. soso. hmhm.”

Tag 3: “zzzZZzz…zzzZZZzz…”

Ich selber habe im Vorfeld Vorträge recherchiert, die mich aus dem Programmheft und den auf der Internetseite veröffentlichen Abstracts sehr interessiert haben.

Nur leider konnten die Redner ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht werden. Die schön ausgearbeiteten Abstracts entpuppten sich leider als meist dröge Vorträge oder gar Diskussionsrunden über ein Thema, bei dem alle Redner die selbe Meinung hatten. 

Als einzige Ausnahmen ragten die Vorträge von Sascha Lobo und Gunter Dueck heraus. Ersterer wegen seiner Vortragsweise, letzterer darüber hinaus noch wegen des wirklich guten Inhalts.

Alles andere konnte mich nicht überzeugen. Dies soll aber keine universelle Kritik an den Rednern und Rednerinnen sein. Zumindest nicht ausschließlich. Auch wenn es zum Teil Präsentationen gab, die sich wirklich haben sehen lassen können, so muss ich an dieser Stelle ehrlicherweise sagen, dass ich in meinem Studium PowerPoint-Folien mit mehr Liebe zusammengeklatscht hab.

Am meisten enttäuscht hat mich allerdings die Raumsituation. Wie gesagt, es war meine erste Re:publica, aber nicht die der Veranstalter. Deswegen kann und muss ich davon ausgehen, dass die Organisatoren die Räume so konzeptionieren, dass sie in Relation zu den verkauften Karten und den somit zu rechnenden Besuchern der Sessions abgestimmt sind.

Das man mal irgendwo auf dem Boden sitzen muss, ist kein Problem. Aber das es bei manchen Sessions kaum ein Rein oder Raus in der Kalkscheune gab, weil vom Haupteingang, durch die Bar und den Innenhof bis hin zu den Workshops gar nichts mehr ging, das ist schlechte Organisation. Ich selbst habe während meines Jobs an der Uni eine Konferenz organisiert und weiß wovon ich rede und in welche Richtung der Vorwurf geht. 

Natürlich darf man nicht vergessen, dass andere Konferenzen in der Größenordnung nicht diese Ticketpreise realisieren können, wie die Macher der der Re:publica es können und das bitte ich an dieser Stelle auch als ausdrückliches Lob aufzufassen. Jedoch bringt einem dieser Preisvorteil alles nichts, wenn man nur ein drittel der Sachen sehen kann, die man gerne gehört hätte.

Positiv zu erwähnen ist allerdings die Einrichtung eines Live-Streams aus dem Friedrichsstadtpalast. So konnte man auch vom Hotelzimmer aus zumindest die “großen” Veranstaltungen mitverfolgen. 

Schöner wäre es natürlich gewesen wenn man ebenfalls zumindest aus dem großen Saal der Kalkscheune einen Stream hätte sehen können. Aber hätte hätte, Fahradkette. Gabs halt nicht. Ging auch so.

Mein Fazit: Die Re:publica war eine schöne Veranstaltung um viele Twitterer zu sehen, die eh in Berlin wohnen oder sich auch unter dem Deckmantel einer Konferenz dorthin geschlichen haben. Inhaltlich war es leider eher mau und das obwohl ich viele Themen noch nicht kannte, weil ich eben keinen Nerd-Background habe. 

Sollte die Re:publica nächstes Jahr die räumlichen Kapazitäten verbessern können, wäre ich gerne noch einmal bereit mir 4 Tage frei zu schaufeln. 

Sollten die Inhalte weiter so mau bleiben, dann melde ich mich mit einer Runde Twitterer eben selbst mit eigenem Paper an und rocke die Hütte.

Bums aus.