Geschreibsel. An einander gereihte Gedankenfetzen. Unaufgeräumt, unsortiert, unikat.
Oder sowas.
Catching Elephant is a theme by Andy Taylor
Weihnachtszeit. Lecker Lecker Weihnachtszeit. Endlich bist du da. Die Weihnachtsmarktbuden reißen die Läden auf. Juchu und Hosianna, das Warten hat ein Ende! Wie lange haben wir gefrohlockt, dass es endlich wieder diese ganzen tollen Sachen zu Essen und zu Kaufen gibt. Von mundbemalten, aus fröhlichen Tannen gepressten Holzengelchen, bis hin zu “de escht holländische Pommes” ist alles dabei. Hmm. Jammie jammie. Ohne Auswirkungen oder eher Langzeitschäden entrinnen dieser Zeit jedoch nur Menschen mit einer Stoffwechselstörung oder Hochleistungssportler. Der Rest nimmt leider erbarmungslos zu. Mindestens 5 Kilo die Woche. ( die aber unbedingt bis Silvester wieder runter müssen, ist klar) 98% der Bevölkerung sind somit also in Gruppe 3. Ich leider mit inbegriffen. Aber mal ehrlich: Da kann man doch nicht “nein” sagen. Das wäre glatt Kultur-Bruch! Okay okay, wir werden fett, ja. Aber ich für meinen Teil kenne niemanden der sagt: “Nee, geh mir weg mit diesen unwahrscheinlich leckeren Weihnachtssachen, die es ja nur einmal im Jahr gibt und auf die ich mich schon seit Februar heimlich freue, bäh bäh.” Was aber weitaus schlimmer ist als auf Rocher, Lebkuchen, Mandelprinten, Nüsse, Zimtsterne und Schokonikoläuse zu verzichten, ist selbstredend das schlechte Gewissen nachdem man nicht verzichtet hat (man willensschwaches Ding, man). Von den hochgerechnet 30 Kilo aufwärts, die sich während dessen fröhlich auf die Hüfte nageln, ganz zu schweigen. Als Notlösung hilft natürlich nur eins: Glühwein bis das Horn schwellt. Aber das endet dann wieder damit, dass man um 13 Uhr schon hackedicht an der Glühweinbude steht bzw. gestanden wird ( wo man übrigens mittlerweile einen Stammplatz hat) und steif und fest behauptet das Lumumba eine Insel in afrikanischen Gewässern sei, im Anschluß nach Hause torkelt um (von dem Einfall einer “grandiosen” Idee angetrieben) die Flasche Billigwein vom letzen April in den Wasserkocher zu knallen um sich seinen eigenen Glühwein herzustellen. (“Hab doch ganz genau gesehen wie die das machen, hab ich doch..*hicks*…”) Aber es kommt natürlich noch dicker: Während man in seiner eigenen Glühwein-Fahne gerade nach “Oben” und “Unten” sucht, spürt man wie jemand kraftvoll an den eigenen Arsch greift. Während man sich umdreht und ganz leise “Bitte bitte, lass es diesmal Robbie Williams sein” faselt, erblickt man leider einen übergewichtigen, blinke-blinke Nikolausmützen-Träger, bei dem man nicht weiß ob es sein Rasierwasser oder sein Alkoholdunst ist, der einem da gerade die Nasenschleimhaut wegätzt. Sein verschmitzes Grinsen ( er hat natürlich noch “de echt holländische Schpäzial Soß” in den Mundwinkeln hängen) führt kurz zu der Überlegung, das kürzlich verspeiste Camenbert-Brezel wieder auf gleichem Wege zu entsorgen, wie man es zu sich genommen hat. Ich meine: kann man wirklich glauben so eine Mütze macht aus einem Mr./Mrs. World? Attraktivität blinkt einem da auf jeden Fall nicht im Sekundentakt entgegen. Aber nun gut. Muss man ja selbst wissen. Ich für meinen Teil schwöre da ja lieber auf den Rentier-Stoffgeweih-Haarreifen. Der kommt immer gut an. Sieht bestimmt nicht so dämlich aus wie die Nikolausmützen, nein nein. Niemals. Schon garnicht der mit den Glöckchen. Und ein, zwei (Schachteln) Rocher am Tag haben noch keinen umgebracht, genauso wenig wie der Kakao mit extra viel Sahne. Es ist ja Weihnachten. Achja, und das Kasseler-Kraut Brötchen frisch vom Grill. Oder die Dominosteine für auf den Weg in die Stadt. Und die für auf den Weg wieder zurück. Zum Glück ist es ja Weihnachten. Der “Geh-Glühwein” und die gebrannten Mandeln für “mal n bisschen was im Magen”. Der Bratapfel mit Vanille Soße. Weihnachten Weihnachten. Hach. Scheiß drauf. Es tut einfach so gut. Und wie sagte schon Frank Sinatra: “They can’t take that away from me, no they can’t take that away from me” Welch wunderbar leckeres Dilemma, nicht wahr?